Messer richtig schärfen

Messer richtig schärfen

Inhaltsverzeichnis

Gute Messer zeichnen sich durch ihre kompromisslose Schärfe aus. Doch je öfter man sie benutzt und je länger sie einfach nur herumliegen und mit Sauerstoff, Wasser und anderen Materialien in Berührung kommen, desto stumpfer wird die Klinge.

Dem liegt zum einen ein rein physikalischer Abnutzungsprozess sowie auch eine chemische Reaktion zwischen Stahl, Sauerstoff und Wasser zugrunde. Ein Messer, das nicht früher oder später seine Schärfe verliert, gibt es nicht.

Daher ist es notwendig, dass Sie Ihre Messer richtig schleifen, um möglichst lange von deren Schneidequalität zu profitieren. In diesen Artikel zeigen wir Ihnen, wie das funktioniert und worauf es ankommt.

Messer richtig schärfen – die drei Hauptmethoden


Kommen wir gleich zum Grundsätzlichen. Zunächst brauchen Sie das richtige Schleifgerät für Messer, um starten zu können. Hier unterscheidet man zwischen drei Methoden:

Methode 1: Messer schärfen mit Wetzstahl 

Der Wetzstahl ist die schnelle Lösung für Zwischendurch. Dieser schärft die Klinge zwar nicht richtig, dennoch wird der weichere Stahlanteil etwas aufgeraut, wodurch sich die Schneidfähigkeit für kurze Zeit erhöht. Beachten Sie jedoch, dass Sie bei der „Messer Schärfen Wetzstahl Methode“ die Klinge auf Dauer eher schädigen. Das wiederum führt dazu, dass die Qualität langfristig nachlässt und dass Sie mehr Arbeit beim richtigen Schärfen haben.

Methode 2: Messer schleifen Wasserstein oder Wetzstein 

Die gängigste und effektivste Methode ist das Schleifen mit einem Wasserstein bzw. mit einem Wetzstein oder Messerschleifstein. Hochwertige Wassersteine sind sehr feinkörnig und schonender in der Anwendung. Ein Wetzstein hingegen ist etwas grober und erfordert eine ordentliche Vorbereitung. Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Körnungen und manche bieten sogar auf beiden Seiten eine andere Struktur. Eine besondere Art des Schleifsteins ist der „Belgische Brocken“, der aus der Ardennenregion kommt. Dieser besteht zum gewissen Teil aus Edelsteinen und hat dementsprechend einen sehr hohen Wert. Er zählt außerdem zu den Wassersteinen.

Methode 3: Messer schleifen Schleifmaschine 

Eine Schleifmaschine erscheint auf den ersten Blick die bequemste und einfachste Methode zu sein – doch sie hat einen großen Nachteil. Durch die schnelle Bewegung der zwei runden Schleifsteine entsteht eine enorm hohe Hitze, wodurch der Stahl heiß wird und anschließend ausglüht. Das begünstigt zum einen Verformungen und zum anderen einen schnelleren Verschleiß. Hinzukommt, dass die extreme Kraft des Schleifgeräts eine ungleichmäßige Schleifung auf der gesamten Fläche des Metalls begünstigt.

Eine Profi Messerschleifmaschine eignet sich hingegen ausschließlich für Betriebe oder für den sehr häufigen Gebrauch.

Messer schleifen Anleitung – mit dem Schleifstein


Nun gehen wir zum Verfahren mit dem Schleifstein ein, da diese die sauberste und schonendste Methode ist und das meiste Know-How benötigt. Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, was zu tun ist.

1.) Schleifstein bewässern

Bevor Sie loslegen dürfen, muss der Wetzstein nass gemacht werden. Dazu legen Sie diesen für etwa 10 Minuten komplett in Wasser ein, wodurch die Poren und Einschlüsse von Luft befreit werden und sich mit Wasser vollsaugen. Wenn nach 10 Minuten immer noch Luftbläschen heraustreten, warten Sie so lange bis keine mehr austreten. Das Ziel ist außerdem, dass die Feuchtigkeit bis in die Mitte des Steins vordringt, damit dieser bei höherem Druck nicht bricht.

Wenn sie einen Belgischen Brocken oder einen Wasserstein haben, reicht es aus, diesen nur von außen mit Wasser zu benetzen.

2.) Messer schleifen Winkel – so legen Sie den Stein richtig an

Ist der Stein ausreichend befeuchtet, entscheidet vor allem der Winkel über ein sauberes und schonendes Ergebnis. Je mehr dieser zu einem 90° Winkel neigt, desto stärker nutzen Sie die scharfe Kante der Klinge ab und verursachen Schäden. Daher liegt der perfekte Winkel zwischen 10° und 15° zur Klingenspitze – das heißt, dass der Winkel sehr flach ist.

3.) Schlamm ist richtig und gut

Der nasse Stein erzeugt beim Schleifen durch die Feuchtigkeit und durch den Abrieb einen dünnflüssigen Schlamm mit feinen Körnern. Machen Sie nicht den Fehler und spülen Sie diesen ab! Dieser Schlamm hilft dabei, bis in die feinen Poren des Stahls vorzudringen und erzeugt einen intensiveren Schleifprozess. Zudem schont er den Stein, weil er als eine Art Schmiermittel fungiert.

4.) Von der groben bis zur feinen Körnung

Viele Schleifsteine haben verschiedene Körnungen. Für das beste Ergebnis eignet es sich, mit der gröbsten Körnung zu beginnen und sich nach und nach bis zur feinsten Körnung vorzuarbeiten.

5.) Messer richtig schleifen

Der Stein ist nass, der Winkel stimmt und die Körnung ist richtig ausgewählt. Nun müssen Sie das Messer über den Schleifstein abziehen – doch wie?

Sie können entweder das Messer parallel zum Schleifstein oder den Schleifstein längs entlang der Klinge abziehen. Beides funktioniert, wobei es mitunter darauf ankommt, wie groß der Schleifstein ist und welche Variante sich für Sie am besten anfühlt.

Zudem empfiehlt es sich, gerade bei größeren Messern, Stück für Stück vorzugehen, indem man den Schleifstein längs zur Klinge abzieht und an der Spitze beginnt. Dieses Vorgehen ist schneller und weitaus angenehmer. Dabei wird sich ein feiner Grat nach jedem Abschnitt abbilden. Wenn Sie diesen mit dem Finger spüren oder mit der Lupe sehen, können Sie zum nächsten Abschnitt übergehen.

6.) Richtig entgraten

Zum Schluss geht es darum, den Grat vollständig abzubrechen. Das schaffen Sie, indem Sie die Klinge mit einer feinen Körnung leicht nachschleifen. Gehen Sie hier nicht Stück für Stück vor, sondern behandeln Sie die Klinge im Ganzen, um einen gleichmäßigen Schliff zu erzeugen.

7.) Messer und Stein reinigen

Zum Schluss waschen Sie das Messer und den Stein unter laufendem Wasser ab. Vorsicht! Der Stein darf keine Seife oder sonstigen Reinigungsmittel abbekommen.

Verschiedene Messer richtig schleifen


Messerarten gibt es viele. Und allesamt haben unterschiedliche Eigenschaften wie Stahlhärte, Metallart, Herstellungsart und Maserungen. Somit haben sie auch unterschiedliche Bedürfnisse, auf die Sie insbesondere achten müssen, um die Langlebigkeit der Klinge auszudehnen und um den Verschleiß möglichst in Grenzen zu halten.

Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Messerarten ein und erklären, mit welchen Hilfsmittel und in welcher Weise Sie die Klingen schärfen.

Damastmesser schärfen

Nutzen Sie für das Damastmesser Schleifen ausschließlich Wetzsteine. Dieser wird idealerweise nicht nur 10 Minuten, sondern 30 Minuten in Wasser eingelegt. Das Messer wird anschließend in einer Bogenbewegung über den Wetzstein abgezogen, wobei die 7 Schritte aus der oberen Anleitung eingehalten werden. Behandeln Sie erst die eine, dann die andere Seite. Anschließend polieren Sie die Klinge von beiden Seiten mit einem Wetzstein der feineren Körnung, während der Bewegungsablauf der gleiche bleibt.

Körnungsgrad für die erste Schleifung: 400-1000

Körnungsgrad für die zweite Schleifung: 4000 oder noch besser 8000

Brotmesser schärfen

Brotmesser haben durch ihre spitzen Zacken und wellenförmige Struktur eine besondere Behandlung zum Nachschleifen nötig. Wer hier falsch Hand anlegt, richtet mehr Schaden als Nutzen an.

Für eine schonende Bearbeitung ist es sinnvoll, die Klinge besser öfters zu schleifen, anstatt zu warten, bis fast keine Schärfe mehr vorhanden ist. In einem leicht abgenutzten Status können Sie einen sogenannten „keramischen Wetzstab“ benutzen oder einen normalen Wetzstein.

Halten Sie sich an unsere 7 Schritte Anleitung, beachten Sie jedoch, dass Sie den Wetzstab oder den Wetzstein quer zur Klinge ziehen (also im rechten Winkel). Das dauert zwar länger, ist aber notwendig, um die spitzen Zacken und um die Wölbungen nicht zu beschädigen.

Bei einer bereits fortgeschrittenen Abnutzung müssen andere Maßnahmen ausgeführt werden. Hier eignet sich zwar auch der Schleifstein, allerdings müssen Sie zunächst mit der geraden Fläche des Steins arbeiten, um den Grat auf der Klinge zu brechen. Die Wellen müssen indes mit der Kante des Steins und mit hoher Sorgfalt Stück für Stück abgeschliffen werden.

Zum Schluss wird noch einmal der Grat behandelt, indem die Klinge noch einmal längs über die gerade Fläche abgezogen wird.

Jagdmesser schärfen

Jagdmesser zählen ebenfalls zu den Besonderheiten und brauchen eine spezielle „Schleifpflege“. Prinzipiell zählt auch hier unsere 7 Schritte Anleitung, während auf ein paar Besonderheiten geachtet werden muss.

Zunächst empfiehlt es sich, einen hochwertigen Wasserstein oder einen belgischen Brocken zu benutzen. Dieser muss bei der Arbeit möglichst fixiert werden, indem Sie einen Socken, ein rutschfestes, feuchtes Tuch oder eine Gummimatte als Messer Schleifhilfe zur Unterlage hinzunehmen.  

Nun legen Sie die Vorderseite auf eine flache Stelle des Schleifsteins und halten es am Griff fest. Die scharfe Seite sollte vom Körper weg zeigen und stellen Sie sich so hin, dass Sie die Klinge von oben gut sehen können. Üben Sie nun ein wenig Druck auf die Klinge aus (Daumen auf die Klinge legen) und bearbeiten Sie zu Beginn nur das vordere Drittel des Messers, indem Sie es gleichmäßig auf und ab bewegen.

Sobald sich ein leichter Grat gebildet hat, gehen Sie über zum mittleren Teil und anschließend zum hinteren Teil. Achten Sie darauf, dass der Grat nicht sichtbar wird.

Jetzt folgt die Rückseite, welche nach dem gleichen Schema geschliffen wird.

Bester Messerschärfer


Als Schleifwerkzeug für Ihren Haushalt empfehlen wir Ihnen stets zwei Instrumente.

  • Einen Wetzstein mit einer groben Körnung (400-1000)
  • Einen belgischen Brocken mit einer Körnung ab 4000

Mit dieser Kombination genießen Sie die volle Bandbreite und können jedes Messer zunächst grob und anschließend fein bearbeiten. Wir stellen Ihnen im Folgenden einen Belgischen Brocken und einen Wetzstein vor, mit denen Sie in allen Fällen versorgt sein werden.

Belgischer Brocken Empfehlung: Original Belgischer Brocken
Unsere Empfehlung stammt direkt vom Hersteller aus Belgien und wurde von Hand hergestellt. Der Preis ist akzeptabel und darüber hinaus genießen Sie eine 20-jährige Garantie. Edelsteine sind ebenfalls eingelagert und die Körnung ist mit 6000 sehr fein.

Der Belgische Brocken genießt eine ausgezeichnete Kundenbewertung und es wird berichtet, dass er einen hervorragenden Feinschliff erzeugt. Zudem ist es nicht nötig, den Stein über mehrere Minuten in Wasser einzulegen, Sie brauchen ihn lediglich mit Wasser zu benetzen. Nachteile gibt es keine: Achten Sie gegebenenfalls auf die richtige Größe. Unsere Empfehlung umfasst 150x40 mm.

Wetzstein Empfehlung: Gräwe Korund Schleifstein mit Bambushalter
Die Körnung beträgt 400/1000 (zwei Körnungen auf unterschiedlichen Seiten) und auch die Farbe ist sehr schön. Mit einem blau-weißen Stein in einer hellbraunen Bambusschale macht die Messerschleifhilfe optisch einiges her.

Mit der Halterung wird Ihnen die Arbeit um ein Vielfaches erleichtert und Sie haben außerdem die Möglichkeit, Jagdmesser problemlos zu schleifen. Das Material des Steines besteht aus Korund und Aluminiumoxid, während die Größe 18 x 6 x 3 cm beträgt.

Auch bei diesem Modell ist die Kundenbewertung hervorragend. Für einen günstigen Preis bekommt man eine hohe Qualität, ein schönes Design und eine einwandfreie Schleifung. Was als etwas störend empfunden wird, ist die fehlende Gummihalterung in der Bambushalterung, wodurch der Stein etwa einen Millimeter Spiel hat.

Messer schärfen ohne Schleifstein 


Als kleines Extra haben wir uns für Sie umgesehen und einige Messer Schleifhilfen herausgesucht, wenn Sie gerade keinen Schleifstein zur Verfügung haben. Zwar gewährleisten diese nicht das beste Ergebnis, allerdings können Sie für kurze Zeit eine Notlösung darstellen.

  • Unterseite von Teller oder Tassen: Keramik hat eine schleifende Eigenschaft. Körnung beträgt etwa 1000. Auch hier muss die Keramik angefeuchtet werden.
  • Nagelfeile mit Sandpapier: Vorher anfeuchten, ideal für kleine Messer.
  • Sandpapier: Hat eine niedrige Körnung. Nutzen Sie einen Untergrund und ziehen Sie das Messer über das Papier.
  • Ziegelsteine: Arbeiten ähnlich wie Schleifsteine. Vorteilhaft ist, dass es eine grobe und eine feinere Seite gibt.
  • Autoglasscheiben: Arbeitet wie ein Wetzstahl und richtet die Schneide etwas auf, daher keine besonders gute Lösung. Benutzen Sie die Kanten der Scheibe.
  • Ein härteres Messer: Sie können auch schlichtweg ein anderes Messer verwenden, wenn dieses eine stärkere Stahlhärte aufweist.
  • Ledergürtel: Leder eignet sich überraschenderweise hervorragend. Spannen Sie das Leder und ziehen Sie das Messer mit der Klingen Seite in einem flachen Winkel schnell nach ab.
  • Zeitungspapier: Eignen sich für feine Polituren. Befestigen Sie dieses über einen Holzklotz und ziehen Sie das Messer darüber ab.

Messer richtig schärfen: Fazit 


Was auf den ersten Blick so unkompliziert und einfach erscheint, erfordert in Wahrheit Know-How und Geschick. Das Schleifen eines Messers ist nicht so leicht, wie man glaubt. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserer Anleitung und unseren Tipps behilflich sein konnten und dass Sie möglichst lange von der Schärfe Ihres Messers profitieren.