• Familienpreis 2015 - Preisverleihung

    Am Montag, dem 30.11.2015, wurde in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt zum achten Mal der Thüringer Familienpreis vergeben. Damit würdigt und fördert die Stiftung FamilienSinn Projekte, Initiativen und innovative Ansätze, aber auch ehrenamtliche Aktivitäten, die dazu beitragen, Familien in Thüringen zu unterstützen, deren Lebensbedingungen zu verbessern und ihre Eigenkräfte zu stärken.


    Ministerpräsident Bodo Ramelow
    hielt die Festrede und würdigte das vielfältige Engagement für Familien in Thüringen. Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner, nahm zusammen mit der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten, zugleich Präsidentin der Stiftung FamilienSinn, Katrin Christ-Eisenwinder, die Auszeichnung vor.

    Unter den 71 Bewerbungen und Vorschlägen für den Familienpreis 2015 waren in diesem Jahr viele Projekte, die Eltern und Familien in schwierigen Lebenssituationen Hilfe anbieten. Krankheiten, Sterbebegleitung und der Tod von Kindern sind sonst nicht so häufig im öffentlichen Blickpunkt. Die Jury hat deshalb bei ihrer Preisvergabe mehrere Projekte ausgewählt, die Familien in besonderen Lebenslagen unterstützen.

    Mit dem 1. Preis, verbunden mit einem Preisgeld von 3.000 Euro, wurde der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Region Bad Salzungen und Rhön geehrt. Seit 2011 ergänzt der Kinder- und Jugendhospizdienst den ambulanten Hospizdienst des Sozialwerks des dfb, Landesverband Thüringen. 15 Ehrenamtliche betreuen und begleiten 18 Familien mit schwerstkranken Kindern vom Zeitpunkt der Diagnosestellung, während der Krankheit, im Sterben und über den Tod hinaus.

    Darüber hinaus wurden auf Vorschlag der Jury acht 2. Preisträger aus ganz Thüringen mit einem Preisgeld von jeweils 2.000 Euro geehrt.

    Geehrt wurde als 2. Preisträger das Familientheaterprojekt „Eltern spielen für ihre Kinder“ des Kinder- und Jugendhilfezentrums Bad Salzungen in Trägerschaft des Sozialwerks Meiningen gGmbH ausgezeichnet. Das Ziel der Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe, die Stärkung der Eigenverantwortung von Familien bei Erziehungs- und Schulschwierigkeiten sowie bei gesundheitlichen Problemen. Aus diesem Arbeitsauftrag heraus entstand auch das Familientheaterprojekt „Eltern spielen für ihre Kinder“. Die Idee hinter der Theaterarbeit beschreibt, dass „…durch das freie Spiel die Eltern zu sich selbst zurückgeführt werden, dass sie unter den Verkrustungen ihres mitunter schwierigen Lebens ihre Kreativität und Spielfreude wiederentdecken.“

    Das Projekt „Schmetterlingsgrab in Gotha“ des Vereins Elia e.V. wurde als 2. Preisträger ausgezeichnet. Der Verein Elia e.V. begleitet und unterstützt Familien, mit Kindern die durch Geburtskomplikationen, Unfall, schwere Krankheit oder Tod eines Kindes in eine Krisensituation geraten sind. Ende Oktober wurde mit der Grabstätte für Schmetterlingskinder das Projekt auf dem Hauptfriedhof realisiert. Als Sternenkinder werden im engeren Sinne tot- und fehlgeborene Kinder mit weniger als 500 Gramm Körpergewicht bezeichnet, für die der Gesetzgeber keine Beisetzung fordert. Den Eltern einen Trauerort zu geben ist ebenso Anliegen, wie den Familien Kraft bei der Bewältigung der Trauerarbeit zu spenden.

    Mit dem 2. Preis wurde die Erfurter Elterninitiative leukämie- und tumorerkrankter Kinder geehrt. Eine Krebsdiagnose bei einem Kind ist für Eltern psychisch schwer zu bewältigen. Oft fühlen sie sich durch Krankenhausbehandlung, Chemotherapie und die anschließende Betreuung überfordert. Der Verein unterhält eine Elternwohnung im Helios Klinikum Erfurt und beschäftigt einen Heilpädagogen im Spielzimmer der onkologischen Station. Darüber hinaus werden Gesprächsangebote für Eltern in späteren Phasen der Betreuung angeboten. Die Familien werden auch im häuslichen Umfeld unterstützt.

    Ebenfalls den 2. Preis erhielt die Kontaktgruppe der früh verwaisten Eltern „Weiterleben ohne dich“ aus Erfurt. Monatlich findet eine Begegnungsmöglichkeit für Eltern, die ein Kind im Verlauf der Schwangerschaft, während der Geburt oder kurz danach verloren haben, statt. Geleitet wird die Kontaktgruppe von einer ehrenamtlichen Hospizhelferin und Hebamme sowie einer Beraterin der Beratungsstelle für Schwangere und Familien der Caritas. Organisatorisch ist dieses Angebot in die Hospizarbeit des Caritas-Hilfsdienstes integriert.

    Mit dem 2. Preis wurde die Arbeit der Elterninitiative für krebskranke Kinder Jena e.V. gewürdigt. Der Verein ist eine Selbsthilfegruppe, die Eltern von leukämie- und tumorkranken Kindern Unterstützung anbietet und etwas Farbe in den Klinikalltag bringt. Gegründet wurde der Verein bereits 1990 auf ehrenamtlicher Basis.
    Mittels einer breiten Spendenakquise wurde eine Stelle für eine Sozialpädagogin für den ambulanten Bereich geschaffen und 2008 der ambulante Hausbesuchsdienst ins Leben gerufen. Schwerpunkt dieses psychosozialen Beratungsdienstes in häuslicher Atmosphäre sind Familien, die ihr Kind im Palliativstadium zu Hause pflegen oder ihr Kind verloren haben und aufgrund der schwierigen Lebenssituation einen besonderen Bedarf an Begleitung und Betreuung haben. Die Familien erhalten Beratung bei der Bewältigung aktuell anstehender Probleme, sowie Hilfe bei wichtigen Gesprächen mit Institutionen und bei der Wiedereingliederung des Kindes in Kindergärten und Schulen. Es werden individuelle Wünsche der Kinder verwirklicht, wie auch Erfahrungsaustausch für vom gleichen Schicksal betroffene Familien zweimal jährlich organisiert. Zudem werden Kontakte zu Behörden, Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen vermittelt.

    Mit dem 2. Preis wurde die Familie Schöler aus Pößneck geehrt. Familie Schöler ist ehrenamtlich engagiert um Flüchtlingsfamilien zu helfen und den Jugendmigrationsdienst Bad Lobenstein des CJD Schloss Oppurg zu unterstützen.
    So übernimmt die Familie Schöler – um nur einiges aufzuzählen, zahlreiche Aktivitäten zur Kontaktanbahnung zwischen Einheimischen und Flüchtlingen, organisiert Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffen, hilft bei der Möbelbeschaffung und hat die Patenschaft über eine Sinti-und Roma-Familie aus dem Kosovo übernommen. Dadurch konnte die Familie schnell in der neuen Umgebung heimisch werden.

    Mit dem 2. Preis wurde die Familie Staufenbiel aus Büttstedt geehrt, die sich seit 2007 als Pflegefamilie in hohem Maße engagiert. Im Moment haben die Staufenbiels drei Kinder in Dauerpflege und sind zudem als Kurzzeitpflegefamilie beim Landkreis Eichsfeld gemeldet. Die drei Pflegekinder sind geistig und seelisch behindert. Dies stellt an die Familie besondere Aufgaben bei der Bewältigung des Alltags. Darüber hinaus ist Herr Staufenbiel Vorsitzender des Pflege- und Adoptivelternvereins Eichsfeld/Nordthüringen. Neben dieser Tätigkeit arbeitet Herr Staufenbiel aktiv im Landesvorstand des Pflegeelternverbandes Thüringen mit und besucht bundesweit Veranstaltungen und Weiterbildungen im Pflegekinderwesen. Dieses Wissen gibt er gern auch an andere Pflegefamilien weiter und begleitet sie als Beistand bei Ämterbesuchen. Auch das gesellschaftliche Miteinander kommt nicht zu kurz: so wird seit 5 Jahren das Sommerfest des Vereins auf dem Grundstück der Familie durchgeführt, und immer ein umfangreiches Unterhaltungsangebot durchgeführt, z.B. mit Kutschfahrten, Ponyreiten, Schlittenhunden, Alpakas oder Puppentheater.

    Mit dem 2. Preis wurde die Familie Gebhardt aus Schönewerda gegehrt. Die Familie bietet insgesamt 4 Pflegekindern ein liebevolles Zuhause – mit Eigenheim, Hof, Garten und vielen Tieren. Die Gebhardts sind bereits seit 2003 mit einem damals dreijährigen Kind als Pflegefamilie engagiert. Im Sommer 2008 kam ein Säugling hinzu. Eine weiterführende engmaschige medizinische Betreuung war für ihn ebenso wichtig wie ein liebevolles und umsorgendes Zuhause. Heute ist er ein stolzes Schulkind. Im Sommer 2012 sollte die kurzzeitige Unterbringung von 2 Geschwisterkindern bei Familie Gebhardt erfolgen. Ein 2-jähriges Mädchen und ihre 4 Monate alte Schwester wurden zuvor vom Jugendamt in Obhut genommen. Aus einer kurzfristigen Unterbringung wurde eine dauerhafte Pflegschaft und die beiden Mädchen besuchen nun den örtlichen Kindergarten und betrachten die Gebhardts als ihre Eltern. Alle vier Pflegekinder sind integriert wie leibliche Kinder.

     

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    Bilder Familienpreis 2015

    Auslobung 2015

    Jetzt bewerben! Einsendeschluss ist der 16. Oktober 2015

    Unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow, will die Stiftung FamilienSinn mit einem Preisgeld von insgesamt 25.000 € auch in diesem Jahr wieder Projekte, innovative Ansätze, Lösungen und ehrenamtliches Engagement zu Gunsten von Familien auszeichnen, fördern und würdigen.

    Der Thüringer Familienpreis 2015 richtet sich an alle Akteure (Kommunen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Vereine, Freie Träger, private Initiativen, Familien und Einzelpersonen), die dazu beitragen, Familien zu unterstützen, die Lebenssituation von Familien zu verbessern und deren Eigenkräfte zu stärken. Gerade im Umfeld von sozialen Einrichtungen und Unternehmen lässt sich vielfältiges, sicher auch preiswürdiges Engagement für Familien finden.

    Sie können den Familienpreis 2015 unterstützen, indem Sie (1) Ihre preiswürdigen Aktivitäten darstellen und sich um den Preis bewerben, (2) auszeichnungswürdige Aktivitäten aus Ihrem Wirkungsbereich vorschlagen und (3) andere zur Bewerbung für den Thüringer Familienpreis ermutigen.

    Vorschläge und Bewerbungen können formlos bis zum 16. Oktober 2015 an die Stiftung FamilienSinn gerichtet werden.

     

    Die Stiftung FamilienSinn will mit dem Thüringer Familienpreis auszeichnen, fördern und würdigen:

    • Projekte, welche die Eigenkräfte von Familien aktivieren,

    • innovative Ansätze, die zu Gunsten von Familien flexibel auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren,

    • Lösungen, welche die alltägliche Lebenswirklichkeit von Familien vereinfachen,

    • Ehrenamt, das hilft, Familien wirkungsvoll zu unterstützen.

    Preiswürdiges wird gesucht in den Kategorien:

    • I   Familienbildung / Elterbildung

    • II  Netzwerke für Familien

    • III Angebote für Familien mit besonderen Belastungen

    • IV Familienorientierte Freizeitangebote

    Der Preis wird vergeben für Projekte, Ansätze und Lösungen, die im Sinne einer Familienunterstützung zur Nachahmung anregen. Sie sollten über den originären beruflichen und dienstlichen Auftrag hinausgehen.

    Zahlreiche Vereine, Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Familien und auch Einzelpersonen haben in den letzten Jahren ihre Bewerbungen oder Vorschläge für die Auszeichnung mit dem Thüringer Familienpreis eingereicht. Die Einsendungen offenbaren ein breites Spektrum von bürgerschaftlichem Engagement für Familien in Thüringen.